Gemeinwohl-Ökonomie – Eine demokratische Alternative wächst


Zwei sich sehr ähnliche Wirtschaftsmodelle erhalten immer mehr Aufschwung. Die Gemeinwohlökonomie und die Solidarische Ökonomie – im Grunde sehr ähnliche Ansätze. Wie wäre eine Wirtschaft mit Kooperationen statt Konkurrenz? Wie würden wir leben, wenn das Ziel des Wirtschaftens nicht finanzieller Gewinn sondern ein Gewinn für das Gemeinwohl und die Umwelt wäre?

Gemeinwohl Ökonomie:

Bis heute sind Unternehmen dann erfolgreich, wenn sie finanzielle Gewinne einfahren, ganz gleich wem sie dabei schaden. Besonders die Umwelt und das Gemeinwohl leiden oft darunter und für die Zukunft hat also keiner etwas von diesen kurzsichtigen „Erfolgen“. Daher fordert die Gemeinwohl-Ökonomie für Unternehmen ein Ablösen der finanziellen Wirtschaftsbilanz (Finanzbilanz) durch eine sogenannte Gemeinwohl-Bilanz. Denn bei einer Finanzbilanz wird  ja nur der monetäre Wert bilanziert wird – und Geld ist lediglich ein Mittel, nicht Zweck der Wirtschaft.

Für eine Gemeinwohl-Ökonomie sollen Unternehmen also eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen, welche zeigt, wie sich durch das Unternehmen das Wohl aller Beteiligten (Gemeinwohl) entwickelt hat. Stellt euch mal vor, wir wüssten so auf einen Blick von jedem Unternehmen, wie ökologisch, wie sozial, wie demokratisch und wie soldarisch es sich verhält.

Genauso könnte auf staatlicher Ebene das Bruttoinlandsprodukt als Wohlstandmesser durch ein Gemeinwohl-Produkt abgelöst werden. Somit stellt sich die Frage, wie leben Menschen am glücklichsten und das muss nicht unbedingt durch Finanzgewinn sein. Das Geld, was in vielen Unternehmen das Ziel ist, wird in Zukunft nur noch das Mittel sein, um Gemeinwohl zu erreichen.

Die Gemeinwohl-Ökonomie hat eine Matrix entwickelt, wie der Ertrag fürs Gemeinwohl bilanziert werden kann: die Gemeinwohlbilanz. Das Ganze ist dabei ein demokratischen Prozess, der hier und heute bereits in der Praxis Fuß fasst. So gibt es inzwischen einige hundert Pionier-Unternehmen, welche bereits heute eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen und die Indikatoren dafür ständig weiterentwickeln. Hier gibt es eine Übersicht der Berichte. Es gibt sogar auch schon erste Gemeinden, die sich daran beteiligen.

Christian Felber hat diese Idee wesentlich geprägt und inzwischen gibt es ein großes Netzwerk: http://www.gemeinwohl-oekonomie.org

Gemeinwohl-Ökonomie-Bilanz-MatrixDie Kriterien sind inzwischen sehr gut ausgearbeitet und eine detaillierte Beschreibung ist unter: https://wiki.gwoe.net/pages/viewpage.action?pageId=1542646 zu finden.

Workshopablauf:

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Materialien:

Solidarische Ökonomie:

Eine ähnliche Umgestaltung des wirtschaftsbereiches fordert die solidarische Ökonomie, ein Konzept was bereits in einigen  Unternehmen und Initiativen verwiklicht wird und welches eine Brüderlichere Wirtschaft einfordert. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die solidarische Ökonomie kein Konzept für eine ganze Geslleschaft hat, sondern beschränkt sich auf die Wirtschaftsformen.
http://www.solidarische-oekonomie.at/index.php?option=com_content&view=article&id=122&Itemid=92Netzwerk Solidarische Ökonomie: http://www.solidarische-oekonomie.de/index.php/informationen-zu-s%C3%B6?task=view&id=136

Interessante Aspekte und Projekte haben Freiwillige des ASA-Programms gesammelt: http://www.asa-programm.de/aktiv/netzwerk/themen/solidarische-oekonomie.html

Der Film „Viva a Alternativa“ vom ASA-Programm aus Deutschland und Brasilien:

Literatursammlung zu Solidarischer Ökonomie von Fairbindung.org: http://www.fairbindung.org/kaffee/solidarischerhandel/solidarischeokonomie/materialien-soloek/

 

Ähnliche Bildungskoffer

Soziale Dreigliederung

http://bildungsagenten.com/2013/05/28/dreigliederung/

Die soziale Dreigliederung, geprägt durch Rudolf Steiner, dem Gründer der Waldorfschulen, ist ein sehr anwendbares Gesllschaftskonzept, also geht es über wirtschaftliche Fragen hinaus. Dennoch enthält es im wirtschaftsbereich viele Elemente der hier vorgestellten neuen Ökonomien. In manchen Bereichen unterscheidet sich die solidarische Ökonomie jedoch von der sozialen Dreigliederung, bspw. dass bei der sozialen Dreigliederung die persönliche Freiheit sehr hoch geschätzt wird und eine Gleichheit darin, was jeder verbreuchen darf, vermieden wird.

Wirtschaft gestalten: http://bildungsagenten.com/2012/10/14/wirtschaft-gestalten/

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Rückfragen und Referenten anfragen

Dieser Bildungskoffer wurde erstellt von unserem Bildungsagenten Johannes Dolderer: Johannes@bildungsagenten.com

Wir freuen uns über Rückfragen und Workshopanfragen.

Für weitere Anregungen und Ideen steht die Kommentarfunktion weiter unten zur Verfügung.

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