Ist mein Handy gerecht? – Make IT Fair


Weißt du, wie die Menschen leben, durch deren Hände dein neues Handy schon gegangen ist? Die Produktionskette von Elektrogeräten ist von Umweltzerstörung, Kinderarbeit und Vergiftung gesäumt. In diesem Workshop wird am konkreten Beispiel des Handys ein Stück Globalisierung verdeutlicht: Was könnten Handys mit dem Kongo zu tun haben? Was steckt drin, damit wir telefonieren, simsen und chatten können? Wie funktioniert das Recycling der kleinen Geräte? Und schließlich: was kann ich selber tun, um IT fair zu machen?

 

Beispielablauf

Bei diesem Workshop geht es darum, junge Menschen zu animieren, selber kritisch zu hinterfragen und aktiv zu werden. Dafür ist es wichtig, keinen Frontalunterricht oder Lehrer-Schüler-Verhältnis aufkommen zu lassen, dass die Schüler_innen zum Konsumenten werden lässt. Alle Inhalte werden daher gemeinsam durch Fragen erarbeitet.

  • Zielgruppe: Sek 2
  • Gruppengröße: 15-20
  • Dauer: 3,5 Stunden

Ausführlicher Ablauf:

  • Eröffnung: Begrüßung der Teilnehmer_innen; Bildungsagenten stellen sich namentlich vor, erzählen was sie gerade machen, wo sie im Ausland waren und kurz was sie dort gemacht haben
  • Vorstellungsrunde: die Schüler_innen stellen sich kurz namentlich vor und sagen was sie vom World Trading Game (vom Vortag) mitgenommen haben und äußern ihre Erwartungen und Befürchtungen zu dem Thema und schreiben sie auf ein Plakat mit zwei Spalten
  • Tagesablaufplan: kurz einen Überblick über den Tagesablaufplan geben
  • Weltspiel: hier werden alle aktiv, da die Gruppe zuerst die Weltkarte aus Schnüren auf den Boden legen/kleben soll; dann wird eine Weltkarte zum Vergleich gezeigt um zu sehen ob die Proportionen soweit passen; dann sollen sich die Teilnehmer_innen auf der Weltkarte aufteilen so wie sie denken, dass die Weltbevölkerung auf der Welt verteilt ist, dann mit realen Verteilungswerten abgleichen; danach bekommt jeder Kontinent ein Schälchen und eine gewisse Anzahl Süßigkeiten wird ausgegeben, diese sollen die Teilnehmer_innen je nachdem wie sie denken, dass der Reichtum in der Welt verteilt ist auf die Schalen der einzelnen Kontinente aufteilen und dann mit realen Werten abgleichen; danach dürfen sie die Süßigkeiten aufessen; Frage warum Reichtum so unterschiedlich verteilt?
  • Rohstoffverteilung: Frage welche Rohstoffe kennt ihr? Bilder von Rohstoffen auf der Weltkarte dahin legen wo die größten Vorkommen sind
  • Beispiel Smartphone: Bestandteile und Verteilung der Metalle vorstellen

>50 % Kunststoffe (Gehäuse, Tastatur,…)

25% Metalle (Leiterplatten,…)

16% Glas, Keramik (Display,…)

3% Sonstiges

aus über 50 Stoffen; Gewinnung mit hohem Energieaufwand, manche Stoffe werden knapp

Verteilung Metalle

8% Kupfer

9% Alumnium

8% Eisen

… Gold, Blei, Chrom, Silber, Zink, Cobald,….

  • Handyproduktion: Aufteilung der Gesamtgruppe in Kleingruppen durch Zettelziehen mit verschiedenen Produktionsschritten drauf (z.B. Rohstoffabbau, Fließbandarbeit, Verkauf,…) und durch Pantomime sollen die Gruppen sich finden;
  • In den Kleingruppen soll dann auf ein Plakat die einzelnen Verarbeitungsschritte/Produktionsschritte erarbeitet werden und aufgeschrieben/gezeichnet werden; danach der Gesamtgruppe vorstellen
  • Inputfilm über Smartphoneproduktion und –recycling: Aufgabe für den Film „Handy Schrott…“

  • herausfinden was sind Unterschiede in der Arbeitswelt in Deutschland; Anschließend Diskussion: Was habt ihr gesehen/empfunden? Wie ist das Verhältnis in der Welt?
  • Energizer: Billy billy bob Toaster, Waschmaschine, Kotzendes Kanguruh, Straßenlaterne
  • Handlungsoptionen: Silent Discussion-Konzept erklären und dann folgende Fragen diskutieren: „Warum habe ich ein Smartphone/Handy?“, Was kann ich konkret gegen Ungerechtigkeit in der Welt tun?“, Auf was könnte ich der Gerechtigkeit Willen verzichten?“, „Was nehme ich aus dem Workshop/Film mit?“
  • Handlungsoptionen: Fairphone Konzept vorstellen und diskutieren und danach nochmal diskutieren was kann ich jetzt konkret tun?!
  • Zusammenfassungsposter gestalten: ausgehend von dem Poster „Was nehme ich aus dem Workshop mit“ überlegen was die Ergebnisse und Erkenntnisse des Workshops sind und das dann auf Poster festhalten
  • Abschlussrunde: reihum beantwortet jede_r, der/die möchte die Frage: „Was würdet ihr eurer besten Freundin in einem Satz vom Workshop erzählen/ was hat euch berührt/ was war komplett neu für euch?“
  • Feedback: Feedbackbögen mit der 5 Fingermethode ausfüllen lassen

Materialien:

 

Weiterer Beispielablauf: Für eine Stunde (Von der FAIR HANDELN Messe in Stuttgart). Die Gruppe können Kinder zwischen 14 und 18 Jahre sein.

Quellen und weiterführende Links:

Make IT-Fair, die Aussagekräftige Kampagne: http://makeitfair.org/de und http://germanwatch.org/de/thema/unternehmensverantwortung/projekt-makeitfair

Ich habe mir bereits das Fairphone gekauf! – http://www.fairphone.com/.  Dahinter steckt der sehr bemerkenswerte Versuch ein Telefon zu kreieren, das auf menschliche Arbeitsbedingungen in der Produktion setzt und dabei keineswegs hinterwäldlerisch daherkommt.
Momentan befindet sich das Telefon in der Testphase – allerdings bedarf es um die Produktion zu starten 5000 Vorbestellungen – vielleicht wollt ihr ja auch dabei sein?!  (für 335 €. Das Geld bekommt man zurück, sollte das Fairphone nicht produziert werden. Es wurden aber bereits 70 % der Telefone verkauft.) Herzliche Grüße Helmut

ZDF: Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferer

Handyranking vom Nabu: https://umwelt-tarif-handyshop.de/umwelt-handys

Auf WeeYou mehr Informationen zur Produktion von Elektrogeräten: http://www.weeyoo.de/green-it-fair-trade-handys-und-recycling-laptops/

Tipps zum Fairen Kauf: http://marktcheck.greenpeace.at/tipps-elektronik-kauf-nutzung.html

Ausführliche Studie zu Fairen Handys von German Watch: http://germanwatch.org/corp/it-handy09.pdf

– Recycling von Elektroschrott

– Rohstoffe in Elektroschrott
http://www.sueddeutsche.de/digital/rohstoffe-in-elektroschrott-wertvoller-als-ein-kilo-minenerz-1.1449932

Handy und Gesundheitliche Folgen

Dr. Hans-Christoph Scheiner und Ulrich Weiner auf der AZK in der Schweiz.

Initiative für einen bewussten und sinnvollen Umgang mit Handys.  Worksops und Vorträge zu unterschiedlichsten Aspekten (Gesundheit, Strahlung, Soziales, Gesellschaftliches) www.paulprojekt.de

Kontakt und Anmerkungen:

Erfahrung in diesem Workshop haben Laura Laura@bildungsagenten.com und Benni Benni@bildungsagenten.com

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